St. Vigil - Arabba

Hallo liebe Sportsfreunde,

liebe Araber, ach nee liebes Arabba. Viele Anfragen haben uns erreicht, warum wir gestern keinen Bericht ins Netz gestellt haben und dazu kann man wirklich nur sagen, dass wir in Italien angekommen sind. So in echt, really und liebes Italien, es ist irgendwie wie immer. Ich glaube man liebt Italien oder eben nicht. Als Sportler tendieren wir zu dritt einstimmig zum nicht. Es kann sein, dass sich nun wieder etliche Leute auf den Fuß getreten fühlen, aber es ist hier rein unsere Meinung. Nach diversen Erlebnissen vom letzten Jahr, wiederholt sich dieser ganze Kappes schon wieder. Wir dachten Madonna di Campiglio wäre an Dilettantismus nicht zu überbieten, aber Arabba / Italien, also noch mal damit es niemand vergisst Arabba / Italien hat den Vogel abgeschossen. Der Tag begann eh schon im totalen Chaos und endete auch so, ohne das wir etwas dazu getan haben. Es fing alles so nach 6km an, als ich auf der Strecke Gordon verlor, von dem ich fest ausging, dass er hinter mir war. Ich bin ca. einen Kilometer langsam gefahren und habe gewartet, dann umgedreht und zwei Kilometer zurück. Es ist schon ein Erlebnis eine Rennstrecke rückwärts zu fahren, auch wenn es nur die vermeintlich langsameren Fahrer sind. Nachdem ich am letzten wissentlichen Punkt, an dem ich Gordon zuletzt gesehen hatte angekommen war, unterhielt ich mich in Englisch mit Nummer onehundertfourtythree, welche das gleiche Problem hatte. Dann ging es los, dass ich die Strecke entlangknüppelte, fast noch einen Mitfahrer umheizte, weil der unter dem Kommando „Links“ verstand, nach links fahren zu müssen. Naja, gut gegangen. An der Kontrollstation war dann aber kein Gordon. Hier ein Ausflug zum Reglement: Bei Zeitunterschieden von mehr als 2 Minuten bekommt das Team 60 Minuten Zeitstrafe. So dann stellte ich mein Rad vor dem Sensor ab und wartete und machte mir so meine Gedanken. Etliche Teams zogen vorbei und ich holte mir mal was zu trinken, was zu essen (Verpflegung und Kontrollstation sind eins) und unterhielt mich mit anderen Wartenden. Alle waren weg und keiner hatte meinen Teampartner gesehen. Es kam dann ein Fahrer mit Vorderrad und später zwei Frauen, die auf Englisch meinten, dass mein Teampartner das gleiche Trikots anhat und ohne Vorderrad unterwegs ist. OK, also zurück. Die Koreaner (letztes Team) „zogen“ an mir vorbei und ich kam zum Besenmotorrad mit Holger Meyer. Netter Kerl wirklich. „Es sei niemand mehr auf der Strecke“ und „Du bist doch fit. Fahr halt“, was ich dann auch tat. Kurz noch was getrunken und dann ging es los. Gib ihm. An Kontrollstation 2 hatte ich alle Fahrer die an 1 an mir vorbeigezogen waren, bereits eingeholt und dort wurde mir dann auch gesagt, dass mein Teampartner schon durch sei. Es war erleichternd, das zu hören, da die Alpen von den Abhängen nicht ohne sind. Also weiter Gas und ab ins Ziel. Dort wartete Gordon vor dem Ziel. Nach eingehender „Besprechung“ sind wir ins Hotel gefahren und haben uns erst mal erholt.
Dann hatten wir Hunger und da beginnt nun die ganz andere Geschichte mit Arabba / Italien. Das Kaff hat ein paar Gastwirtschaften zum Essen. In der ersten Gastwirschaft sagte man uns, die Speisen gäbe es erst ab 19h. Wir hatten halb sechs und das war uns dann doch zu lang. Also zum Restaurant „al Table“ in Arabba / Italien. Der Laden wirkte ein wenig unaufgeräumt, ja lieblos, aber es waren eine Menge Leute da. Also nach Essen gefragt. Es gab dieses ab halb sieben. Das war ok. Schon mal was ausgewählt und drei Weizen bestellt. Um kurz vor halb sechs kam die Bedienung und nahm unsere Speisenbestellung auf. Vorspeise Gemüsesuppe, Gulaschsuppe, Hauptspeise Pizza Calzone, Pizza Prosciutto, Pizza Speziale. Sodenn. Ein paar Minuten später gab es auch die Vorspeise, Brot dazu, super. Aber dann begann die Warterei. Nach einer halben Stunde, die ersten Worte zur langen Wartezeit. Es setzten sich Briten neben uns, bestellten, bekamen Pizza. Klasse! Entfernte Tische wurden neu besetzt, bestellten und bekamen ihr Essen. Erste Nachfrage nach dem Essen um 19:05. Der freundliche Kellner meinte in seiner besten Servicesprache „Wenn sie bestellt habe, wird das Essen schon kommen“. Allein die Antwort war schon der Hammer. Abgesehen davon war er eh schon total überfordert. Liebe Personaler, wenn ich ein Foto hätte (auch wenn dies nicht AGG tauglich ist), dem hätte man die fehlende Stressresistenz angesehen. Also gedacht “ok“, 15min Zuschlag. Nächste Bedienung. Andere Fragestellung, bessere Antwort: „Ah ja, ich schau mal nach“ und dann ward sie den Abend nicht mehr gesehen. Der Magen hing inzwischen auf halb acht und auch am Nebentisch bildeten sich erste Tumulte von einem italienisch-sprechenden (wahrscheinlich) Italiener. Der konnte sich wenigstens soweit ausdrücken, dass er nach ca. 8 Minuten eine Pizza Prosciutto bekam. Geht doch. Nächste Bedienung. Bemühte sich wirklich. Kein Ergebnis. Die Tatsache, das wir gern unser Essen hätten oder bezahlen würden, beschäftigte dann schon zwei Bedienungen, leider ohne Ergebnis. Um 20:10 bekamen wir dann die Rechnung, die auch noch falsch war. Egal. Geld hingelegt, von dem was wir gegessen und getrunken hatten und gegangen. Ehrlich liebe Mitlesenden, das ist keine offizielle Bewertung von dem Restaurant „al Table“ in Arabba / Italien, aber eine Empfehlung. Wenn ihr mal nach Arabba / Italien kommt, geht bloss nicht ins „ al Table“ ! Die Tische sind dreckig, der Chef lotst die Leute nur an die Tische, die er aus undurchsichtigen logistischen Gründen besetzen will, der Kellner ist schlecht gekleidet und inkompetent und man bekommt nur Vorspeisen, zumindest wenn man so undeutsch auftritt wie wir und noch relativ locker ist.
Also sind wir ins nächste Restaurant. Der Name tut nichts zur Sache. Wir haben auch keinen Nerv mehr gehabt, darauf zu achten. Weil draussen kein Platz war, sind wir reingegangen, setzten uns an einen Tisch der frei war und hofften auf „Essen“. Nach diversen Handbewegungen kam auch endlich eine englischsprachige Südtirolerin, die meinte, dass der Tisch nur für Hotelgäste sei und legte Karten auf den Tisch. Kam nie wieder und auch hier kann man sagen, vergesst den Laden. Wir haben uns dann auf die andere Seite der Wand gesetzt und probierten ein Bedienung zu bestellen. Hier bekam man dann nicht nur Nichts zu Essen, sondern auch keine Bedienung. In Nils seiner Kreativität drehten wir den Spieß halt um: wir gingen zur Bedienung. Nils bestellte das was wir wollten (Vorspeise brauchten wir nicht mehr) und drei Helle Hefe kamen auch prompt. Nur mit dem Essen fing das Spiel wieder von vorne an. Aufgrund leichter Aggressivität erledigten wir dieses Thema dann in sage und schreibe weiteren 45min. Eine echt nette und bemühte Bedienung nahm dann noch mal unsere Bestellung auf und nach ungelogenen 2 Minuten, hatten wir was zu essen. Da war es auch schon fast zehn. Weil wir wegen der heutigen Etappe schlafen mussten, kam ich gestern nicht mehr zu dem Bericht. Den zweiten werde ich gleich nach dem Essen schreiben.
 

Zu den Tagesdaten von gestern
Kilometer    50,91km
Höhenmeter    2337hm
Gesamtfahrzeit    4:38:03
Durchschnittsgeschwindigkeit  10,99
Durchschnittspuls Gordon  148
Durchschnittspuls Falko   147
Wertung
Men     157 (Vortag 141)
Gesamt     259 (Vortag 201)
     
Gesamtfahrzeit bestes Team  wissen wir nicht
Zur Hotelwertung:
Das Hotel Olympia in St Vigil war erste Sahne. Für 50€ pro Kopf und weitere 27€ für das Abendessen, bekamen wir ein niegelnagelneues Zimmer mit 2 Bädern (Bad und Waschbecken und Dusche und WC) gute Betten und Balkon. Alles excellent. Als Hotel war es das Beste im gesamten Ranking, aber trotzdem „Haus Egitz rules!“

Zum Auto:
Hat auch an diesem Tag mit Nils gute Dienste geleistet.

 

Leave a Reply